Dienstag, 27. April 2010

Paloma-Geschichten

Mal wieder ein paar Geschichten aus dem paloma'schen Alltag:
(Namen wie immer alle geändert)

Letzten Donnerstag ist ein 8-jähriger Junge aus mener Gruppe, der sonst eigentlich immer zu La Paloma kommt, nicht erschienen. Als ich seine große Schwester gefragt habe, wo denn ihr Bruder stecken würde, antwortete sie mir, er wäre mit seiner Mutter bei einer "Piquete". Da ich das Wort nicht kannte, fragte ich bei meinem Kollegen nach, der mir folgendes erklärte:
In den Barrios, in denen die Kinder wohnen, gibt es vielerlei politische und gesellschaftliche Organisationen, die zu klein, zu radikal und zu unprofessionell sind, um als offizielle Partei / Verein / Club / Gesellschaft eingetragen zu werden. Da sie ihrem politischen Protest aber dennoch irgendwie ausdruck verleihen wollen, rufen sie regelmäßig zur Piquete auf. Bei dieser Piquete versammeln sich dann die Leute der Organisation und sperren beispielsweise eine Straße ab, stecken Autos in Brand oder besetzen öffentliche Gebäude. Um dem Protest mehr Ausdruck zu verleihen, rufen sie im Barrio zur Unterstützung auf, allerdings mit der Ansage, wenn eine Familie zur Piquete kommt und den Aufstand unterstützt, kriegen sie dafür Geld - und je mehr Leute sie mitbringt, desto mehr Geld gibts. Tja, auch das ist für die meist armen Familien aus den Barrios eine Möglichkeit Geld zu verdienen. Nur blöd, dass die kleinen Kinder da schon mit hin müssen und folglich an dem Tag mal wieder die Schule verpassen. Des Weiteren wurde mir erzählt, dass die Organisationen für Jugendliche ab 14/15 Jahren eine andere Bezahlung für die Teilnahme an der Piquete anbieten: Wer kommt und auch ordentlich Krawall macht bekommt hinterher 50 Peso und eine Tüte Kokain. So viel zum Thema "politische Freiheit" in Argentinien - man muss sich seine Anhänger mit Geld und Drogen erkaufen...

Ein weiteres Beispiel zum Leben in den Barrios:
Vergangenen Freitag habe ich mich eine Stunde von den Kindern abgesetzt, um eine Aktivität vorzubereiten. Ich hatte Fotos von den Kindern entwickeln lassen und wollte diese mit ihnen schön bebasteln, um sie dann im Salon aufzuhängen. Da ich es ein bisschen besonders machen wollte, schrieb ich die Namen der Kinder mit Zitronensaft unter die Fotos. Kennt ihr diese Methode der "Zauberschrift"? Wenn man etwas mit Zitronensaft auf das Papier schreibt und dies dann über eine Kerze hält, erscheint das Geschriebene wie von Zauberhand auf dem Papier. Auf jeden Fall schloss ich mich mit den Fotos, einer Kerze und einer Zitrone in einem Raum ein, um die Bastelei in Ruhe vorzubereiten. Außerdem sollten die Kinder ja noch nicht sehen, was wir später machen werden. Dies bekam der 11-jährige Fernando mit. Er wurde neugierig, was ich dort wohl in dem Raum machen würde und hämmerte wie wild an die Tür. Nachdem er mich lange genug genervt hatte, öffnete ich die Tür, um ihm zu sagen, dass er nun bitte verschwinden sollte. Doch kaum war die Tür offen, stüzte Fernando herein. Als er sah, was ich ausgebreitet hatte, fegte er alles mit einem Wisch vom Tisch. Ich dachte ich guck nicht richtig !! In so einem Moment an sich zu halten, Ruhe zu bewahren und das Kind nicht einfach laut zu beschimpfen, ist echt schwierig sag ich euch... Auf jeden Fall bin ich böse geworden und hab Fernando rausgeschmissen, allerdings mit der Ansage, dass wir darüber später noch reden werden. Kurze Zeit später, nachdem ich wieder alles aufgeäumt und den Salon aufgeschlossen hatte, kam er wieder. Er nahm sich Palstikchips aus einem Spielkarton und fing ohne Grund an, mich mit diesen Chips zu bewerfen... Ich weiß zwar, dass der Junge aus einer schwierigen Familie kommt, Drogen konsumiert und eben gerne provoziert und ärgert, um seinem Frust Luft zu machen, aber das wir mir in dem Moment zu viel. Ich rief meine Kollegin zur Hilfe, die das Geschehen an dem Tag miterlebt hatte und Fernando eine ordentliche Standpauke hielt. Muss auch mal sein... Später erfuhr ich jedoch etwas von meiner Kollegin, was mich die ganze Situation besser verstehen lässt:
In den Barrios gibt es neben den politischen Organisationen seit neustem auch religiöse Gemeinschaften. Diese Gemeinschaften sind zwar an die katholische Kirche angelehnt, haben aber eine weitaus spirituellere Ideologie. Sie laden regelmäßig zu Gottesdiensten und Kulto-Sitzungen ein, bei denen dann in einer etwas ominösen Art und Weise gebetet wird... Eben auch mit Kerzen, Räucherstäbchen, Wodoo und dem ganzen Kram. Ich will diese religiösen Verbände jetzt nicht direkt als Sekten betiteln, aber so ein bisschen fanatistisch, skurril ist die Sache schon. Bei den Zuständen, die im Barrio herrschen (Perspektivlosigkeit, Armut, Gewalt, Drogen, Langeweile...) ist es auch kein Wunder, dass die Menschen sich von solchen religiösen Treffen mitreißen lassen. Dort finden sie Trost, Zusammenhalt und immerhin irgendeine Beschäftigung...
Viele Mütter deren Kinder zu La Paloma kommen, nehmen an solchen Gebetsstunden teil, so auch die Mutter von Fernando. Allerdings merkt Fernando, dass das irgendwie komisch ist und dass seine Mutter sich ein bisschen verändert. Naja, und als er mich an diesem Tag sah, wie ich mich mit einer Kerze und den Fotos in einem Raum einschloss, dachte er im ersten Moment, ich würde da drinnen irgendeinen Hokuspokus veranstalten und die Kinder verfluchen. Nachdem ich und meine Kollegin dieses Missverständnis aus der Welt geschafft hatten, war er auch bereit, sich bei mir zu entschuldigen. Natürlich ist all das keine Entschuldigung dafür, wie respektlos er sich mit gegenüber verhalten hat, aber es macht die ganze Sache etwas leichter nachvollziehbar...

La Paloma selbst liegt am äußeren Rand eines Barrios in San Justo. Ein großes Problem dort sind die vielen freilaufenden Hunde, die keinen Besitzer haben, sich auf der Straße rumtreiben und nicht selten Tollwut haben. Neulich wurde ein 6-jähriger Junge auf dem Weg zu La Paloma von einem Hund in die Schulter gebissen. Da die Kinder hier meistens nicht gegen Taetanus geimpft sind, haben wir sicherheitshalber den Notarzt gerufen, damit die Wunde professionell gereinigt wird. Als wir die Besitzer des Hundes (der besagte Hund war nämlich nicht herrenlos), die im Barrio wohnen, baten, die Kosten für den Notarzt zu übernehmen, meinten sie nur, dass sie dafür kein Geld hätten und warum wir die Kinder überhaupt auch so alleine, mitten auf der Straße herumlaufen lassen würden... Damit war das Thema dann für die Leute erledigt. Noch hat meine Chefin nicht entschieden, ob sie anwaltlich gegen die Leute vorgehen will oder nicht. Insgesamt geht es ihr weniger um die Arztkosten, als darum, dass die beiden Hunde der Leute angeleint werden, da neulich schon mal der Postbote attackiert wurde.

Dann ist noch etwas sehr Hässliches letzte Woche passiert... Dazu vorab folgende Erklärung: Der 9-jährige Rodrigo ist 'n kluges Kerlchen, ist normal entwickelt und macht allgemein keine großen Schwierigkeiten. Er geht morgens von 8 bis 12 in die Schule und verbringt den Nachmittag dann in La Paloma. Seit Beginn dieses Schuljahres muss er zusätzlich seinen Brüdern bei der Arbeit helfen, um Geld für die Familie zu verdienen. Daher zieht er um 17 Uhr, wenn La Paloma zu ende ist, noch bis 21 Uhr mit dem Karren los und sammelt Papier, Pappe und sonstige wieder verwertbare Dinge. Darin besteht übrigens die einzige Arbeit vieler armer Leute: Sie ziehen abends mit ihrem „Carro“ durch die Straßen und suchen im Abfall, den die Leute auf die Straße gestellt haben, nach nützlichen Dingen, die sie dann an extra dafür angelegte Sammelstellen verkaufen. Wenn Rodrigo und seine Brüder abends nicht genug Geld nach Hause bringen, kriegen sie Ärger von ihrem Vater. Dies war letzte Woche der Fall. Hinzu kam, dass Rodrigo an dem Tag auch noch eine Notiz von seiner Lehrerin in der Schulmappe hatte, dass er in letzter Zeit öfter keine Hausaufgaben gehabt hätte. (Klar, wann soll der Junge denn noch Hausaufgaben machen, wenn er 14 Stunden am Tag unterwegs ist und arbeitet ?!) Als der alkoholabhängige Vater davon Wind bekam, schlug er Rodrigo so grün und blau, dass er am nächsten Tag nicht an unserem geplanten Theaterausflug teilnehmen durfte, weil er Wunden im Gesicht und am Rücken hatte und sich nicht mehr richtig bewegen konnte. Den Rest der Woche ging er weder zur Schule noch zu La Paloma. Mich hat die Geschichte an dem Tag sehr mitgenommen, ich hatte eine unglaubliche Wut auf den Vater! Wie kann man seinem Kind so etwas antun???? Wie kann man sein Kind so misshandeln, ihm so einen besonderen Tag kaputt machen? Wie kann man dem Kind und der ganzen Familie ein solches Trauma bereiten?

Doch es gibt auch schöne, problemfreie Tage in La Paloma, so wie heute zum Beispiel: Heute haben wir Rodrigos 10.Geburtstag nachgefeiert. Er bekam ein Paar neue Adidas-Turnschuhe und eine Trainingsjacke vom TSV Russee (beides Sachen, die Freunde meiner Eltern gespendet hatten). Als er die Sachen während der Merienda im großen Comedor auspackte, rief er "Uhhhhh, re piola!" (also so viel wie: "wie geil!") und zum Glück passten die Sachen auch wie angegossen.
Außerdem war heute ein Mädchen von unseren Jugendlichen mit ihrem 3-monate alten Baby zu Besuch in La Paloma... Während die 17 Jahre junge Mama endlich mal wieder Zeit mit ihren Freunden verbringen konnte, hab ich mich um die Kleine gekümmert. Irgendwann ist sie dann auf meinem Arm eingeschlafen und hat vor sich hingeträumt. Ach Mensch, so Babys haben schon was... so süß und friedlich! Aber keine Angst: Ich kann mir meine Muttergefühle noch für später aufheben ;-)

Das war mal wieder ein kurzer Einblick in das, was ich in La Paloma so erlebe und wie ich daraus lerne.
Des Weiteren habe ich meinen dritten Zwischenbericht online gestellt (siehe rechte Spalte), in dem ich noch mehr über derlei Dinge berichte.
Ich hoffe euch geht's gut. Hasta luego muchachos!

Donnerstag, 15. April 2010

"Ich bin ein Buenos Airisser!"

Vor drei Wochen war es endlich so weit:
Am Abend des 29. März stand ich ganz aufgeregt am Flughafen und habe eine gefühlte Ewigkeit auf meine lieben Eltern gewartet. Nach über einer Stunde Wartezeit kamen sie dann auch endlich aus der Absperrung und die Wiedersehensfreude war groß. Zwar kamen meine Eltern gut an, doch leider gingen auf dem Flug drei der insgesamt vier Gepäckstücke verloren. Uns wurde versprochen, dass die Koffer innerhalb der nächsten zwei Tage ins Hotel geliefert werden würden. Zu dem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht, welch eine Odyssee uns bevorstand, denn natürlich tauchten das Gepäck nicht auf - nicht am ersten, nicht am zweiten und auch nicht am dritten Tag. Dementsprechend rief ich vier Vormittage in Folge bei der Fluggesellschaft an, packte mit steigender Wut mein komplettes Vokabular an spanischen Schimpfwörtern aus und meckerte mich so lange durch die gesamte Callcenterabteilung, bis ich am letzten Tag schlussendlich den Abteilungsleiter an der Strippe hatte. Und siehe da: Nachdem ich mich auch bei diesem "netten" Herren über die Inkompetenz seines chaotischen Saftladens ausgelassen hatte, standen am nächsten Morgen (zwar vier Tage zu spät, aber immerhin!) die Koffer meiner Eltern in der Tür. Dieses Gezeter mit dem fehlenden Gepäck brachte also einen etwas nervigen, unschönen Start mit sich, aber nichtsdestotrotz begannen wir die gemeinsame Zeit zu nutzen. So machten wir zum Beispiel gleich am ersten Nachmittag eine Stadtrundfahrt durch die Innenstadt und zu den Sehenswürdigkeiten von Buenos Aires. Auf dieser Stadtrundfahrt prägte Papa außerdem den Satz "Ich bin ein Buenos Airisser!", als er ganz stolz die Route des Busses auf einem Stadtplan mitverfolgen konnte, woraufhin ich mir dann den Rest der Woche erklären lassen durfte, wo die jeweils gesuchte Straße sei und das ich mich ja überhaupt nicht auskennen würde ;-)
Des Weiteren besichtigten Mama und Papa natürlich auch unsere WG, die meine Mutter spontan als "n bisschen ranzig, aber sympatisch" betietelte. Ich vermute, dass sie sich etwas an ihre Studentenbude erinnert fühlte...
Und dann kam der Tag, an dem ich meine Eltern mit nach La Paloma genommen habe. Dort angekommen, haben wir erst mal gemeinsam mit meinen Kollegen das ganze Charity-Gepäck ausgepackt. Viele Freunde aus Deutschland haben alte Fußballsachen, Kleidung, Spiele, Puzzle und Tuschkästen gespendet, sodass insgesamt zwei riesige Koffer voller toller Dinge zusammengekommen sind. Vielen Dank noch mal an dieser Stelle !!! Alle haben sich wahnsinnig über die Sachen gefreut. Die Fußballsachen werden für besondere Anlässe, wie zum Beispiel Geburtstage, aufgehoben und die Spiele und Puzzle sind sofort in den täglichen Gebrauch übernommen worden. Ganz La Paloma ist jetzt am Ausprobieren der neuen Spiele und ich bin ständig damit beschäftigt, die deutschen Spielanleitungen zu übersetzen und zu erklären. Es war toll, meine Eltern mal mit ins Projekt zu nehmen, ihnen alles zu zeigen und einen Eindruck davon zu vermitteln, worin meine tägliche Arbeit besteht. Außerdem waren die Kinder und meine Kollegen natürlich auch ganz gespannt, meine Familie kennenzulernen. Die Kinder zeigten sich besonders von der Größe meiner Eltern beeindruckt. Hinterher flüsterte ein 6-jähriger Junge mir zu "Merle, dein Papa ist ja 3x so groß wie ich. Stößt der sich nicht den Kopf an der Tür?"
Ansonsten verbrachten wir die Zeit mit den typischen Buenos-Aires-Aktivitäten: Wir waren shoppen, haben eine Tangoshow besucht, waren im Boca Juniors-Stadion und haben ein Fußballspiel gegen Rosario gesehen (leider hat Boca 1:2 verloren), sind essen gegangen, haben einen Tagesausflug nach Tigre gemacht und waren sogar ein mal in der Oper, wo wir die Premiere des "Fidelio" gesehen haben.
In der letzten Woche ging es dann noch mal für drei Tage nach Iguazu, wo wir dank meines Mitbewohners, der ein paar Tage zuvor auch mit seiner Familie nach Iguazu geflogen war, den Kontak zu einem Fahrer vermittelt bekamen, den wir dann für die Dauer unseres Aufenthaltes quasi als unseren Privatchaufeur engagierten. Der gute Mann hat uns durch die Gegend gefahren, uns Restauranttipps gegeben und sogar eine Tagestour mit uns gemacht, sodass wir Paraguay, Brasilien und Argentinien an einem Tag bereisen konnten. Highlight des Trips waren natürlich wieder die riiiiiiiiiiiesigen, wunderschönen Wasserfälle !!
Tja, und dann neigte sich der Besuch meiner Eltern auch schon dem Ende zu und sie flogen zurück nach Kiel, diesmal mit vollständigem Gepäck.
Es war ganz schön mal wieder ein bisschen Familie um sich zu haben und vor allen Dingen zeigen zu können, wie mein Leben hier ist!
Jetzt genieße ich noch die letzten drei Monate in der Ferne (ja, drei Monate nur noch !! Time is runnig!!) und dann freu ich mich auch schon ganz doll darauf, all die lieben Leute zu Hause wiederzusehen...

Montag, 22. März 2010

Eine besondere Woche

Diese Woche ist in mehrer Hinsicht besonders:
Am kommenden Mittwoch den 24. März ist "Día de la Memoria", ein nationaler Feiertag in Argentinien. An diesem Datum wude vor 34 Jahren, also im Jahre 1976 die damalige Präsidentin Isabel Peron gestürzt und die Militärs übernahmen die Macht in Argentinien - der Beginn der Militärdiktatur!
Der 24. März soll also an die Diktatur und an die währenddessen gestorbenen oder verschwundenen Menschen erinnern.
Anlässlich dieses Feiertages und der Wiederaufnahme der täglichen Salonaktivitäten steht diese Woche in La Paloma ganz unter dem Motto "Demokratie".
Heute haben wir Educadores uns zum Beispiel alle in rot/schwarz gekleidet und haben die Gruppe "Los Magio" ins Leben gerufen, die fortan die "Macht" in La Paloma übernahmen. Durch unsere Outfits sahen wir alle sehr uniform aus, wir haben uns einen internen neuen Gruß ausgedacht und in unserer eigenen nasal klingenden Schlumpfensprache geredet.
Nachdem wir uns den Kindern als die neuen Führer vorgestellt hatten, hingen wir überall in La Paloma Verbotsschilder auf. Wir haben alles verboten, was Spaß macht und alltäglich in La Paloma ist. Vortan durfte man nicht mehr Fußball spielen, sich nicht in Gruppen zusammenfinden, lachen oder Fragen stellen. Wenn die Kinder gegen eines dieser Verbote verstießen, wurden sie mit Wasserpistolen bestraft. Wir haben also quasi für eine Stunde unsere eigene, kleine Diktatur in La Paloma errichtet.
Die Kinder fanden dieses ganze Showprogramm natürlich in erster Linie witzig, doch es war spannend zu sehen, wie sich die Kinder nach einiger Zeit miteinander besprochen haben. Es waren Vorschläge zu hören wie: "Kommt alle hierher und dann hauen wir gemeinsam ab!"
Nach einer Stunde haben wir die Herrschaft der "Magio" dann aufgelöst und mit den Kindern das eben Erlebte besprochen. Es wurde erklärt, dass es vor gar nicht so langer Zeit wirklich eine solche Diktatur in Argentinien gab und dass das damals nicht so lustig ablief, wie wir es aufgezogen hatten. Dass damals das ganze Land von Angst und Schrecken beherrscht war, weil man nicht mehr öffentlich seine Meinung sagen durfte und wenn man es tat, musste man damit rechnen verschleppt zu werden.
Die Kinder haben ganz schnell verstanden, dass es ein Glück ist, dass es dieses System heute nicht mehr gibt. Trotzdem feiert man eben einmal im Jahr diesen Feiertag, um sich an das Geschehene zu erinnern.
In der kommenden Woche werden wir jedenfalls noch mehr Aktionen zum Thema "Demokratie" machen. Da wir jetzt nach der großen Sommerpause wieder mit den Gruppenaktivitäten in La Ploma beginnen, werden wir zum Beispiel eine große Wahl veranstalten, bei der die Kinder sich selbst mehrer mögliche Namen für ihre Gruppe überlegen und dann anhand von Stimmzetteln abgestimmt wird, wie die Gruppe sich das ganze kommende Jahr über nennen wird. Eben wie bei einer richtigen Wahl: Alle dürfen mitwählen, jede Stimme hat das gleiche Gewicht und am Ende müssen alle die gemeinsam getroffene Entscheidung akzeptieren.

Mittwoch, 24. März: Marcha

Heute war also der große Feiertag. Nachdem ich gestern abend mit fünf Mädels das Nelly Furtado-Konzert besucht hatte, war ich auch ganz froh, dass wir heute morgen etwas ausschlafen konnten. So gegen zwei Uhr mittags habe ich mich dann mit Hannah und meinen beiden Mitbewohnern auf den Weg richtung Innenstadt gemacht. Wir fuhren mit der Subte bis zum Congreso, dem Parlamentsgebäude von Buenos Aires, von wo aus eine der vielen Demonstrationen losgehen sollte. Als wir dort ankamen waren der Platz und die Straßen auch schon ziemlich gut mit Menschenmassen gefüllt.
Das besondere an dieser Demonstration ist, dass die verschiedensten Gruppen, Vereine und Trupps daran teilnehmen: Kirchen, Parteien, Universitäten, soziale Einrichtungen und NGOs... Und obwohl die Leute aus so unterschiedlichen Motivationen heraus und mit so unterschiedlichen Hintergründen kommen, haben sie doch alle den gleichen gemeinsamen Nenner für den sie kämpfen. Sie kämpfen für die politische und persönliche Freiheit des Einzelnen, für den Erhalt der Menschenrechte. Man sollte meinen, dass man in einem "so zivilisierten und europäisierten" Land wie Argentinien nicht mehr für solche Dinge zu demonstrieren braucht, doch der Tag heute hat mir gezeigt, wie groß vor allem noch das Bedürfnis der Bevölkerung ist, diesen Tag zu begehen. Dabei steht vor allen Dingen die Erinnerung an die 30.000 Menschen im Vordergrund, die während der Militärdiktatur in Argentinien "verschwunden" und ermordet worden sind. Die sogenannten "Desaparecidos" waren meist junge Leute, die (links-)politisch aktiv gegen das Regime waren. Sie wurden verfolgt, verschleppt, gefoltert und über dem Rio de la Plata aus Flugzeugen geworfen. Außerdem wurden viele Babys, die in Gefangenschaft geboren wurden, ihren jungen Müttern direkt nach der Geburt weggenommen und an die Familien hochrangiger Militärs gegeben. Diese Kinder sind heute um die 30 Jahre alt und wissen teilweise immer noch nichts von ihrer eigentlichen Herkunft und dem Schicksal ihrer Eltern.
Um diese Schicksale zu sühnen, auf die Desaparecidos aufmerksam zu machen und jenen dunklen Teil der Geschichte Argetniniens nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, versammeln sich also jährlich am 24. März zehntausende Menschen in der Innenstadt und demonstrieren auf der berühmten Plaza de Mayo, an der sich auch die Casa Rosada, das Regierungsgebäude, befindet. Allen voran marschieren natürlich die "Madres" der Plaza de Mayo, eine Gruppe Frauen/Mütter, die das ganze Jahr über daran arbeiten, Kinder von Verschwundenen zu ihren wahren Familien zurückzuführen. Außerdem kämpfen sie für die Verurteilung der Militärs, die damals vor über 30 Jahren dieses ganze Unrecht verbrochen haben. Denn leider befinden sich viele von ihnen noch immer auf freiem Fuß und wurden bisher noch nicht für ihre Vergehen zur Verantwortung gezogen.
Auf jeden Fall war es für mich ein beeindruckender Tag. Es war toll die Stimmung mitzubekommen, die verschiedenen jungen Menschen aus allen Teilen des Landes mit ihren Bannern und Schildern zu sehen. Außerdem war überall die Murga (= Trommel) zu hören, es wurde getanzt, gesungen und Mate getrunken. Und das alles in einer friedlichen, aber doch irgendwie bewussten und gespannten Atmosphäre.
Irgendwie fehlt so ein politisches Bewusstsein und dessen Umsetzung auf der Straße in Deutschland ein bisschen finde ich...

Freitag, 26. März: Día de la Votación

Um den Kindern ein „anderes“ System, nämlich die Demokratie als Pendant zur Diktatur, näher zu erklären, wurden gestern Wahlen zur Namensgebung der Gruppen in La Paloma veranstaltet.
Beide Kindergruppen überlegten sich während der zweitägigen Vorbereitungsphase Namensvorschläge für ihre Gruppen. Auf der Suche nach möglichen Namen wurden auch Nachbarn, Freunde und Bekannte befragt und sogar Eltern telefonisch zu Rate gezogen. Nachdem für jede Gruppe dann irgendwann drei Favoriten feststanden, fingen die Kinder an, Wahlplakate für die jeweiligen Namensvorschläge zu entwerfen. Meine Gruppe hatte sich auf folgende drei Vorschläge geeinigt:

- Los 5 Mosqueteros y sus 2 Princesas (die 5 Musketiere und ihre 2 Prinzessinen)
- Los Demonios 2010 (die Dämonen 2010)
- Los Originales (die Originale)






Wahlplakate








Außerdem wurden sowohl eine große, bunte Wahlurne als auch Personalausweise für jedes Kind gebastelt. Am Tag der Wahl wurde La Paloma dann in ein richtiges, kleines Wahllokal verwandelt. Die Kinder mussten ihren Personalausweis vorzeigen, sich einen Stempel geben lassen und durften dann in einer Wahlkabine ihre Stimmzettel ausfüllen. Am Ende des Tages haben wir die Stimmzettel vor aller Augen im Speisesaal ausgezählt und den Gewinner bekannt gegeben. Meine Gruppe hat sich mit überwältigender Mehrheit (6:1 !!!) für "die 5 Musketiere und ihre 2 Prinzessinen" entschieden. War klar, dass der längste und schwierigste aller drei Vorschläge gewinnt...
Auf jeden Fall wurden den Kindern durch dieses Procedere die wesentlichen Werte der Demokratie vermittelt: Entscheidungen müssen zusammen getroffen werden, alle dürfen mitmachen, jede Stimme hat das gleiche Gewicht und am Ende müssen alle das Ergebnis akzeptieren und mittragen.
Bleibt zu hoffen, dass sie diese Erfahrung wertschätzen und sie mit in ihr wirkliches Leben nehmen, dass der Gedanke der Demokratie und Solidarität in ihren Köpfen bleibt.

Bilder und Videos(!) dieser ereignisreichen Woche finden sich in dem Fotoalbum "Día de la Memoria".

Montag, 15. März 2010

... von coolen Kids und coolen Omas

Nach langer, langer Zeit melde ich mich zurück in der Welt der internetaktiven Menschen. Entschuldigt die lange Funkstille, aber ihr wisst ja wie das ist...
Als erstes möchte ich von unserem Campamento in Mar de Ajó, einem kleinen Ort an der Südküste Argentiniens, berichten.
Letzte Woche ist also ganz (!) La Paloma, alle Kinder, alle Jugendlichen und alle Mitarbeiter, für vier Tage auf's Campamento gefahren, welches für mich in vielerlei Hinsicht sehr lehrreich war (noch mal zur Erklärung: ein Campamento ist quasi wie ne Klassenfahrt, ein Ferienlager, ein großer Ausflug...).
Es ging damit los, dass vorher die Ansage gemacht wurde: Wir treffen uns alle am Donnerstagmorgen um 7 Uhr in La Paloma zur Abfahrt. Wer ist natürlich um halb 6 morgens aufgestanden, hat sich im Halbschlaf zum Bus geschleppt, um dann um Punkt 7 in La Paloma zu sein ?? Richtig: die naive, deutsche Voluntärin! Und wer war noch um Punkt 7 dort? Richtig: niemand !! (von dem kleinen, kleffenden Hund, der im Projekt wohnt mal abgesehen) Meine Mitarbeiter trudelten dann irgendwann gegen viertel vor 8 ein und die Kinder kamen sowieso alle ne Stunde zu spät. Hätte ich mir eigentlich auch vorher denken können, dass ein Treffen um 7 Uhr morgens von Argentiniern angesetzt unmöglich ernst gemeint sein kann und demzufolge auf keinen Fall wörtlich genommen werden sollte. Naja, wieder was gelernt.
Auf der Fahrt nach Mar de Ajó, was übrigens wörtlich übersetzt "Meer des Knoblauchs" heißt (kommt daher, weil die Bauern in der Gegend ihren Knoblauch im Meer auswaschen, bevor sie ihn verkaufen - kein Scherz!), konnte ich dann zum Glück noch ein bisschen Schlaf nachholen. Leider zog sich die Fahrt unglaublich in die Länge, sodass wir für eine Strecke von 380 km alles in allem sechs Stunden unterwegs waren. Hinzu kam, dass acht unserer insgesamt über vierzig Schützlinge sich während der Fahrt übergeben mussten, da sie einfach nicht an Reisen in einem Doppeldeckerbus, in dem es hin und wieder auch mal schaukelt, gewöhnt sind. Die Hinfahrt war also für alle ziemlich strapaziös. Umso größer war daher die Freude, als wir dann endlich in Mar de Ajó ankamen und es auch direkt zum Strand ging. Das war ein Spaß !!!! Ich glaub, ich hab die Kinder noch nie so euphorisch und ausgelassen erlebt, wie an dem Tag. Man muss dazu allerdings wissen, dass die große Mehrheit von ihnen zuvor noch nie das Meer gesehen hat, was für so n Kieler Deern wie mich, die ja praktisch am Surendorfer Strand groß geworden ist, vorher schwer vorstellbar war. Auf jeden Fall haben wir den Tag damit verbracht, über die Wellen zu hüpfen, Sandburgen zu bauen und Strandfußball zu spielen. Es ist übrigens sehr lustig zu sehen, wie sich Kinder im Angesicht des "sooo gefährlichen, reißenden Meeres" verändern. Während unsere Kleinste, die diesen Sommer gerade mal im Pool schwimmen gelernt hat, todesmutig nach vorne prescht und mit ihrem großen Bruder durch die Wellen taucht, klammern sich zwei von den sonst so coolen Jungs vor lauter Angst an meine Oberarme, weil ihnen das Wasser schon bis zu den Knien steht. Insgesamt war es einfach ein ganz toller Tag, der die Kinder in einem anderen Element, einem anderen Licht hat erscheinen lassen.
Zu dem Ort, wo wir mit allen untergebracht waren (einer Art Schullandheim an das wir über die Familie einer Mitarbeiterin gelangt sind), muss ich sagen, dass das Ding wahrscheinlich keiner deutschen Hygiene- Sichherheits- oder sonst was- Kontrolle standgehalten hätte: 7-Personenzimmer auf einer Fläche von vielleicht fünf Quaratmetern, morsche, dreistöckige Bettgestelle, Badezimer voller Dreck und Spinnweben, Kakerlakennester unter der Spüle, schimmelige Decken, Türen und Fenster... von den durchgelegenen, mit Ungeziefer verseuchten Schaumstoffmatratzen ganz zu schweigen. Trotzdem waren die Kinder völlig begeistert von dem Ort und fingen direkt an, ihre paar Habseligkeiten in den feuchten Schubladen ihrer Zimmer zu verstauen. Ein Mädchen hat sogar noch mal nachgefragt, ob es richtig ist, dass sie ein ganzes Bett für sich alleine hat und ob sie das wirklich nicht mit jemandem teilen müsste. Diese Reaktionen der Kinder lassen irgendwie darauf schließen, wie die Umstände wohl bei ihnen zu Hause sind, wenn sie auf die morschen Zustände in dem Heim schon so positiv reagieren. Aber vielleicht setze ich da meine europäischen Standard gewohnten Maßstäbe auch etwas hoch an...

Auf jeden Fall hielt sich die gute Stimmung. Abends wurden wir vom örtlichen Kinobetreiber, der ein Jugendfreund eines Mitarbeiters ist (tja, es läuft halt alles über Beziehungen heutzutage - auch in Argentinien!) ins Kino eingeladen und haben die neue Verfilmung von "Alice im Wunderland" mit Jonny Depp gesehen. Sehr süß war das, auch wenn die Hälfte der Kinder während des Films eingeschlafen ist. Strand, frische Luft, viele neue Sachen - das macht halt müde!
Leider wurde die gute Laune von allen am letzten Abend etwas getrübt, als plötzlich im Eifer des Gefechts die Kamera von La Paloma verschwunden ist. Mich hat am meisten beeindruckt, wie meine Mitarbeiter in diesem Moment mit der heiklen Situation umgegangen sind. Keiner ist böse, panisch oder laut geworden, sondern es wurde ganz ruhig und sachlich erklärt, was passiert war und das man nun gemeinsam die Kamera suchen müsste. Als sie auch nach einer zweistündigen Suchaktion, bei der das ganze Gelände auf den Kopf gestellt wurde, nicht aufgetaucht ist, herrschte allgemein eine verärgerte, traurige Stimmung. Es wurde von seiten der Mitarbeiter an das Gewissen der Kinder und Jugendlichen appelliert, dass, falls einer die Kamera haben sollte, er sie doch bitte auf irgendeinem Wege zurück geben sollte, da die Kamera das Eigentum aller sei und man somit alle sowohl um die Kamera als auch um den ideellen Wert der Fotos bestohlen hätte. Leider ist die Kamera bis jetzt noch nicht wieder aufgetaucht... es bleibt zu hoffen!
Totz dieses unschönen Ereignisses am Ende, war es jedoch ein tolles, lebendiges Campamento, das wir gemeinsam am Meer verbringen durften und das hoffentlich einen guten Start in ein weiteres Jahr La Paloma bringt!

Ein weiteres Highlight der letzten Wochen war außerdem das Konzert von Coldplay im großen Riverplate-Fußballstadion !! Echt irre !! Eins der besten Konzerte, die ich bisher besucht habe! Obwohl ich vorher gar nicht so ein goßer Coldplayfan war, muss ich sagen, dass mich das Konzert echt beeindruckt hat. Wir standen ganz weit vorne, sodass die wirklich ziemlich krasse Bühnenshow direkt auf uns eingewirkt hat. Das war echt n cooler Abend !! Und schon steht das nächste Konzert auf dem Programm: Nächste Woche geht's zu Nelly Furtado. Ich sag ja: Konzerttechnisch nehm' ich alles mit, was geht! In Deutschland sind die Karten wieder drei mal so teuer...

Tjaaa, und dann war da natürlich noch der Besuch meiner absolut coolen, abenteuerlustigen Omas, die sich zusammen in den Flieger gesetzt haben, um die gemeinsame Enkelin für drei Wochen in Buenos Aires besuchen zu kommen. Das war eine ganz tolle Zeit !! Die beiden haben sich die Standardsachen von Buenos Aires angeguckt, waren unglaublich (!) viel shoppen und haben sich auch noch die Wasserfälle in Iguazú angesehen. Einer der tollsten Tage war für mich definitiv der Besuch meiner Omas in La Paloma. Für mich war es irre zu sehen, wie höflich und zuvorkommend sich meine Rabauken benehmen können, wenn sie wollen. Fast schon wohlerzogen ;) Außerdem kam es natürlich auch gut an, dass die Omas von Merle tonnenweise Gummibärchen und vor allen Dingen Kinderschokolade aus Deutschland mitgebracht haben.
Weitere Highlights waren die Abende bei uns in der Wohnung, an denen meine Omas schön herzhaft für die WG gekocht haben. So haben sie sich mit Gulasch und Gemüseeintopf ganz einfach in die Herzen meiner Mitbewohner geschlichen ;-)
Irgendwie neigten die beiden Damen allerdings dazu, alles zu ersetzen, was ihnen kaputt oder alt vorkam. So gab es - schwupps - einen neuen Fußball für La Paloma und beim armseligen Anblick unserer Blechpfanne neues Teflon (!) -Kochgeschirr für die WG. Echt cool !!
Am besten guckt man sich einfch die Fotos an, die geben einen guten Eindruck von dem Besuch meiner absolut mutigen, fitten Omas!
Auf jeden Fall war es toll, Besuch von zu Hause zu bekommen, alles zeigen zu können und wieder ein bisschen Familie zu spüren. Und zum Glück, geht das mit den tollen Besuchen aus der Heimat gleich weiter, denn in zwei Wochen kommen schon meine lieben Eltern in die Stadt der guten Lüfte - juppiiiie !!
Aber bis dahin, muss ich jetzt erst mal wieder ein bisschen arbeiten, putzen und auf Konzerte gehen.
Macht's gut, lasst euch nicht zu sehr vom grauen Schmuddelwetter die Laune verderben.

Sonnige Grüße aus der Hängematte im Patio sendet euch
Merle


PS: ach ja, eine Neuigkeit habe ich noch: Gestern haben mein Mitbewohner und ich n absolut cooles, retromäßiges Sofa für unsere WG besorgt, so n altes zwei Personen - Sofa mit olivgrünem Lederbezug. Haben wir beim Sperrmüll auf der Straße gefunden :)

Mittwoch, 10. März 2010

Morgen geht's für n paar Tage auf's Campamento nach Mar de Ajó... und sobald ich wieder da bin und ein bisschen Ruhe und Zeit finde, gibt's auch wieder was neues zu lesen. Versprochen! (zB über meinen ersten tollen Besuch aus der Heimat ;)
Hasta luego Queridos!

Dienstag, 2. Februar 2010

Kurze Einblicke

Nachdem ich in meinen letzten beiden Berichten ja sehr ausführlich über mein funkensprühendes Privatleben geschrieben habe, will ich nun mal wieder von ein paar Eindrücken von meiner Arbeit in dem Straßenkinderprojekt "La Paloma" berichten. Fast alle Kinder von La Paloma kommen aus den umliegenden Villas (Armenvierteln) von Buenos Aires, leben in verschiedensten Stufen von Armut und erleben oft zu Hause Gewalt. Die folgenden Geschichten sind Schicksale, die sich in den letzten Monaten innerhalb der Familien von La Paloma ereignet haben und die mir zum Teil sehr nahe gegangen sind. (Anmerkung: Ich habe alle Namen der Betroffenen geändert)

Layla ist 12 Jahre alt und ein, für dieses Alter schon sehr erwachsenes Mädchen, dass seit ihrer frühen Kindheit zu La Paloma kommt. Sie hat drei jüngere Brüder, die zwischen 5 und 10 Jahren alt sind und lebt mit ihnen bei ihrer Mutter. Der Vater ist vor einigen Jahren gestorben, als er im Barrio vor den Augen seiner Kinder erschossen wurde. Layla ist eher verschlossen, oft launisch und gibt wenig von sich preis. Vor einiger Zeit sollte sie nachmittags auf ihren kleinsten Bruder aufpassen. Als es mit dem kleinen Probleme gab, schlug sie ihn. Als die Mutter später davon erfuhr, gab sie ihrer Tochter zur Strafe mehrere Ohrfeigen, sodass Layla die folgenden Tage nur auf einer Seite kauen konnte... Da frage ich mich oft, wie das Mädchen denn lernen soll, dass man nicht schlagen darf, wenn sie mit den selben Mitteln dafür bestraft wird?

Eine andere Geschichte: Vier Kinder von La Paloma fuhren freitagabends so gegen 20 Uhr mit dem Bus nach Hause. An einer Haltestelle stiegen plötzlcih zwei bewaffnete Männer ein, die den Bus überfallen wollten. Sie schnappten sich die 6-jährige Yazmin als Geisel, hielten ihr eine Waffe anden Kopf und forderten alle Fahrgäste auf, ihre Wertsachen abzugeben. Nachdem alle Leute ihre Sachen ausgehändigt hatten, verließen sie samt Yazmin den Bus und ließen sie erst auf der Straße und nachdem der Bus wieder losgefahren war laufen. Zum Glück ist der Kleinen nichts passiert, doch man hat ihr noch die ganze folgende Woche angemerkt, wie tief ihr der Schock in den Knochen saß...

Eine Familie schickt seit Jahren vier ihrer insgesamt sechs Kinder zu La Paloma. Die Geschwister sind 6,8,12 und 14 Jahre alt, die zwei anderen sind noch älter und leben nicht mehr zu Hause. Die Familie ist sehr arm und lebt in einem relativ hässlichen Barrio, das auffällig oft von Überfällen betroffen ist. Anfang Dezember erkrankte der Vater der Familie an Krebs, bzw. seine vorher bereits schlimme gesundheitliche Lage verschlechterte sich rapide, sodass er ins Krankenhaus eingewiesen werden musste. Leider konnte dem Vater nicht mehr geholfen werden, sodass er am Silvesterabend verstarb. Da der Krankenhausaufenthalt sehr teuer war und die Familie, jetzt wo der Vater tot ist auch kein Einkommen mehr hat, musste die Mutter vergangene Woche mit ihren vier jüngsten Kindern umziehen. Sie wohnen jetzt in einer Villa, einem noch schlechteren Viertel als vorher, das noch dazu extrem weit von La Paloma entfernt ist. Das heißt, dass die Kinder jetzt täglich drei verschiedene Busse nehmen müssen, um zum Projekt zu gelangen, was zwangsläufig dazu führt, dass sie sehr viel unregelmäßiger kommen als vorher. Früher kamen die vier fast jeden Tag, heute waren sie das erste mal seit einer Woche wieder da...

Ich erzähle diese Geschichten nicht, um auf die Tränendrüse zu drücken oder einen Schockeffekt zu erzielen. Das ist wirklich das letzte, was ich damit erreichen will. Aber ich möchte gerne von meiner Arbeit im Projekt berichten und zu dem Projekt gehören nun mal die Kinder. Und diese Geschichten gehören zu den Kindern genauso, wie all die schönen, fröhlichen Momente die wir miteinander erleben. Zum Glück sind diese guten Tage fester Bestandteil des Alltags in La Paloma... Es gibt aber auch mal schlechte Tage; immer dann, wenn wieder eines der Kinder eine solche oder ähnliche Situation erlebt hat.
Und je mehr ich solche Geschichten höre, desto dankbarer bin ich für meine eigene Kindheit...

Mittwoch, 27. Januar 2010

Reisebericht: Viva la Vida !

Sooooo, seit drei Tagen bin ich wieder wohlbehalten von meiner großen Reise nach Buenos Aires zurückgekehrt. Da ich in den drei Wochen einfach zu viel erlebt und gesehen habe, als das ich es in einem langen Text beschreiben könnte, werde ich einfach in Form eines stichwortartigen Reisetagebuches von den letzten vier Wochen erzählen. Also...
4. Januar: Rio de Janeiro
- nach gutem, wenn auch anstrengendem weil vorher wenig geschlafen, Flug in Rio gelandet und zum Glück ohne Einreiseschwierigkeiten ins Land gelassen worden
- im Hostel endlich Annika getroffen und erst mal Schlachtplan für die nächsten zwei Wochen entworfen
- gemacht:
+ Pao Azucar (der Zuckerhut) : joar, ganz coole Aussicht über die Stadt, war leider n bisschen bewölkt an dem Tag
+ Christo Redentor (die berühmte Christostatue, die ihre Arme über Rio ausbreitet) : ziemlich krasser, etwas einschüchternder Eindruck, den diese wirklich riiiiiiiesige Statue vermittelt, ebenfalls tolle Aussicht über die Stadt, dieses mal mit guter Sicht
+ an der Copacabana (bedrphmtester Strand von Rio) gesessen und Kokosnusswasser getrunken. Das macht man in Brasilien an jeder Ecke: Kokosnüsse leer trinken und dann das Fleisch aufessen - sehr lecker!
+ am Strand von Ipanema gebadet
+ viel rumgelaufen, den großen See angeguckt, das Künstleriertel Santa Theresa, die Füßgängerzone usw
+ am letzten Abend in Lapa (dem Partyviertel von Rio) essen gegangen und die Sambamusik gehört, die in allen Bars und Restaurants live gespielt wird, dort ist mir mein erster brasilianischer Caipi ganz schön zu Kopf gestiegen ;)
- insgesamt hat mir Rio sehr gut gefallen, eine tolle, lebendige, farbenfrohe Stadt... die vielen Favelas (Armenviertel) im Norden der Stadt trüben das Bild vielleicht ein wenig, von der in den letzten Jahren angeblich drastisch gestiegenen Kriminalitätsrate haben wir zum Glück gar ncihts gespürt, im Gegenteil: ich hab mich die ganze Zeit eigentlich sehr sicher gefühlt!

7. Januar : Campo Grande
- Weiterfahrt nach Campo Grande, einer kleinen Stadt im Panthanalgebiet (so nennt sich der tropische Süden Brasiliens) - 22 Stunden Busfahrt: Uff !
- in Campo Grande angekommen sofort eine Tour ins Panthanal gebucht, allerdings müssen wir noch mal 4 Stunden bis zur Pousada (Hotel/Farm/Hostel) ins Grüne fahren
- jetzt wohnen wir also für drei Tage in der hübschen, kleinen Pousada Santa Clara, die sich mitten im Nichts befindet. am ersten Abend freunden wir uns gleich mit unserer international gemixten Zimmerbelegschaft an und genießen zusammen das typisch brasilianische Essen (Fleisch, Reis, Bohnen) und den Cachaca der Hausmarke
- am nächsten Morgen gehts um halb 5 los zur Safari: irre viele Krokodile !!!!!!! unglaublich viele !!!! echt unheimlich !!!! ansonsten: Tukane, Rehe, Papageien, Nasenbären, Wasserschweine usw....
- am Nachmittag: Bootstour durch den Fluss, leider hat es die ganze Zeit gegossen wie aus Eimern - Regenzeit halt!
- Highlight: Fahrt durch den Matsch während wir in quietschgelben Regenmänteln im Matschregen draußen auf der Ladefläche eines Geländejeeps stehen durften. Hat meeeega Spaß gemacht !!
- insgesamt war's echt mal ne coole Erfahrung n paar Tage auf so ner Ranch mitten in der Wildnis zu leben, die Moskitos haben uns zwar während der Zeit aufgefressen, aber damit kann man leben, außerdem haben wir dort echt ganz coole Leute kennengelernt

10. Januar : Bolivien
- Weiterfahrt nach Bolivien, zum Glück durch irgendwelche Kontakte mit der Dame Claudine (vielen Dank noch mal an dieser Stelle ;) noch rechtzeitig an Tickets für den Bus nach Santa Cruz gekommen
- von Santa Cruz aus sollte es dann eigentlich weiter in Richtung Uyuni (dort befinden sich die größten Salzwüsten der Welt) gehen
- da wir allerdings für eine Strecke von ca. 400 km fast 16 Stunden (!) gebraucht haben, da die Straßen in Bolivien einfach dermaßen unausgebaut sind und die Busse in Deutschland nciht mal mehr als Schulbusse fahren dürften, entschieden wir uns in Santa Cruz kurzfristig (nach einer durchzächten Nacht auf dem Bahnhof) unsere Route zu ändern und dementsprechend nciht nach Uyuni (wohin wir noch mal ca. anderthalb Tage gebraucht hätten) sondern schon in den Norden Argentiniens zu fahren
- so waren wir insgesamt leider nur ca. 48 Stunden in Bolivien, haben in dieser Zeit allerdings fast den ganzen Süden durchquert und so einen Eindruck vom Land bekommen: Bolivien wirkte auf mich wahnsinnig schön, überall grüne Landschaft, sehr freundliche aber gößtenteils auch sehr sehr arme Menschen
- was das Reisen in Bolivien natürlich einfach macht, ist , dass alles so grandios billig ist (für ein vollwertiges Essen mit Fleisch, Reis, Salat, Soße, Bohnen usw. zahlt man ca. 1€)
- auf der anderen Seite ist das Land sehr chaotisch und unstrukturiert: unser Bus nach Santa Cruz war beispielsweise einfach mal überbucht, sodass sechs junge Männer während der ganzen 16 Stunden Nachtfahrt über die holperigen Straßen im engen Mittelgang des natürlich unklimatisierten Busses sitzen mussten
- trotz alledem hat mir Bolivien sehr gefallen und hätten wir mehr Zeit gehabt, hätten wir auch gerne noch mehr Zeit in dem Land verbracht... naja, so ging es für uns also weiter nach...

12. Januar : Jujuy

- auf der Fahrt von Yacuiba (Bolivien) nach Jujuy (Argentinien) gerieten wir mit unserem Nachtbus in eine mehr oder weniger spektakuläre Drogenkontrolle. An der Grenze wurde unser Bus auf einmal von einer Horde Polizisten mit Spürhunden, Waffen etc. gestürmt. Anscheinend wurden in dem Bus Drogen geschmuggelt (also Kokain, Bolivien gehört ja schließlich zu den Top-Koksexporteuren der Welt), weshalb alle Fahrgäste aussteigen, sich abtasten lassen mussten und ihr Gepäck komplett auspacken (argentinische Polizisten machen sich ganz offensichtlich keine Vorstellung davon, wie lange es dauert, einen Wanderrucksack geschickt zu packen!), durwühlen lassen und wieder einpacken. Am Ende wurden sogar ncoh die Sitze im Bus stichprobenartig aufgeschlitzt, um zu gucken,ob sich im Polster der Sessel Drogen befinden. Nach dieser, schlussendlich dann doch erfolglosen, nächtlichen Suchaktion an einer einsamen Plizeistation mitten im Nirgendwo durften wir dann doch so gegen 3 Uhr morgens mit fast drei Stunden Verspätung weiterfahren.
- in Jujuy suchten wir uns ein ganz, ganz süßes Hostel mitten im Stadtzentrum, das mit so hübschen Wandmalereien bemalt war
- am ersten Tag wollten wir einen Auflug zu den berühmten heißen Quellen ("Thermas del Rey") machen, leider gab es einen Wolkenbruch (Regenzeit!), sodass wir uns in ein naheglegenes Hotel flüchteten. Das Hotel hatte zufällig einen Spa-Bereich im Erdgeschoss, wo man ebenfalls in den heißen Thermen baden konnte: Gesagt, getan! so haben Annika und ich 2 Stunden in der Luxus-Spaabteilung eines Burghotels gechillt, während es draußen prasselte
- durch den harten Wolkenbruch ist an dem Tag der Bergfluss so stark angestiegen, dass einige Menschen von der starken Strömung mitgerissen wurden. Als wir gerade auf dem Weg zum Bus waren, haben wir die Rettungsaktionen von Polizei und Bergwacht mitbekommen. Am nächsten Tag stand in der Zeitung, dass zum Glückkeiner gestorben ist, allerdings lagen wohl mehrere Personen schwer verletzt im Krankenhaus
- weiteres Highlight: Tour zu den Salzwüsten !! (insofern haben wir unsere Salzwüsten also doch noch bekommen. Waren zwar nciht die bolivianischen, dafür die argentinischen :) Am dritten Tag in Jujuy haben wir eine Tour in die Berge gebucht. Insgesamt bestand unsere Gruppe nur aus 4 Personen und einem Fahrer, der uns dann in die Berge kutschiert hat. Der Weg zu den in 4170m Höhe liegenden Salzwüsten führt über eine der schönsten Landschaftsstriche, die ich jemals gesehen habe: die "Tierra de 7 colores" (Erde der 7 Farben) !!!!!! Wunderschöne Natür gab es dort zu besichtigen.
Als wir dann nach vier Stunden Fahrt endlich oben bei den Salzwüsten ankamen, bot sich uns ein wirklich fantastischer Anblick!! Eine Wüste aus Salz mit lauter kleinen Kristallen vor einem himmelblauen Hintergrund. Das sah wirklich atemberaubend schön dort aus!
Dort oben haben wir dann noch in einem kleinen, hunzeligen Restaurant, naja eigentlich war es mehr das Wohnzimmer einer dort lebenden Familie, gegessen. Es gab eine regionale Spezialität: Lamafleisch! war sehr lecker, hat sich geschmacklich jetzt aber nciht sonderlich von nem dünnen stück Rindfleisch unterschieden, fand ich.
Auf dem Weg runter nach Jujuy machten wir dann noch einmal Rast in dem kleinen Dorf Purmamarca, wo Annika und ich ausgiebig über eine kleine Feria bummelten. Dort habe ich mir einen coolen, bunten Rucksach aus Leinen gekauft :)
- abends saßen wir noch mi selbstgekochter Pasta auf unserem Balkon im Hostel und unterhieltenuns mit einer Backpackerin aus Passau, die wir dort kennngelernt hatten. Das Mädel reist seit 4 Monaten nur mit Zelt und Rucksack ganz alleine durch Südamerika. Hinzu kommt, dass sie sher wenig Geld hat und daher vollkommen minimalistisch lebt, in der Wildnis zeltet, trampen geht usw. Bis jetzt ist ihr noch ncihts Böses widerfahren... trotzdem glaube ich, dass meine Eltern bei dieser Vorstellung ein Jahr lang nicht ruhig schlafen würden ;)

15. Januar: Cachi & Salta

- wir mahcen uns auf Richtung Süden und steuern den Bahnhof von Salta an. Dort bleiben wir jedoch nicht lange, sondern nehmen direkt den nächsten Ruckel-Zuckel-Bus nach Cachi (ein kleines Bergdorf im Norden von Salta). Die 5-stündige Busfahrt hoch nach Cachi führt an atembraubend tiefen Schluchten entlang, die Tour wäre echt nix für Leute mit Höhenangst. Außerdem kurvte der Busfahrer dermaßen schnell um die Ecken und Kanten der Straße, dass er sogar einmal ein ihm entgegen kommendes Auto gerammt hat.
In Chachi blieben wir schlussendlich nur eine Nacht, da erstens unser Geld langsam knapp wurde und es zweitens auch nciht so viel dort zu sehen gibt. Ist halt ein süßes, verschlafenes Dörfchen mit ein paar Restaurants, Kneipen und einer lustigen uralten Dorfbibliothek, in der teilweise einhundert Jahre alte Bücher geführt werden.

16. Januar:

- wieder in Salta angekommen, suchten wir uns ein cooles Hostel mit Dachterrasse
- haben dann an einem Nahcmittag die Stadt erkundet: hübsch, friedlich, tranquilo eben... Salta hat sehr hübsche Kirchen!
- abends waren wir in einem Restaurant namens "Viejo Jack" essen, in dem wir jeder ein richtig dickes, typisch argentinisches Stück FLEISCH verputzten.

17. Januar:

- am Sonntag bestiegen wir dann gemeinsam den Bus in Richtung Foz de Iguacu, wobei ich schon 2 Stünden früher in Eldorado ausstieg, da dort mein Zwischenseminar der IERP stattfand und Annika weiter nach Iguazu gefahren ist.

Insgesamt war es eine saucoole Reise, in der wir zwar viel Zeit mit Busfahren, Warten und Anstehen verbracht haben, aber gleichzeitig wunderschöne Teile des südamerikanischen Kontinents bereist haben. Viel gesehen, viel erlebt, viel gelernt!


Anschließend hatte ich wie gesagt noch eine Woche Zwischenseminar in Misiones, Eldorado. Das Seminar hat, wie schon die Capacitación am Anfang meines Aufenthaltes, suuuuper viel Spaß gemacht. Es war toll, die ganzen anderen Voluntäre wiederzusehen, sich auszutauschen, zu erzählen usw. Insgesamt war es gut, mal so nach der Hälfte der Zeit inne zu halten, gemeinsam zu reflektieren und zu überlegen, wie es im nächsten halben Jahr weiter gehen soll.
Highlight des Seminars war ganz klar der Ausflug zu den "Cataratas de Iguacu" (die berühmten Wasserfälle an der argentinisch-brasilianischen Grenze) !! Das war schon echt irre zu sehen, welche Wassermassen dort donnernd in die Tiefe stürzen. Außerdem befinden die Wasserfälle sich in einem riesigen Nationalpark, was heißt, dass man an so einem Tag im Nationalpark hunderte von wilden Tieren entdecken kann. Nasenbären, riesige Spinnen und was mir am besten gefallen hat: tausende, kunterbunte Schmetterlinge!! Zwischenzeitlich hat man sich echt so ein bisschen wie Mogli im Dschungel gefühlt :)
Der Abschiedsabend unseres Seminars wurde natürlich groß inszeniert: Es gab eine kräftige Bowle, spontane Musiksessions und eine schöne Runde Herzblatt als großes Abschlussspiel für die Gruppe. Die Fotos von diesem lustigen Abend sind wie immer im neuen Album zu bewundern.

So, jetzt bin ich schon seit fünf Tagen wieder zu Hause in der Salala und der Alltag hat mcih bereits wieder. Arbeiten gehen, Wäsche waschen, einkaufen, Berichte schreiben... all solche Dinge warten auf mich. Die unglaubliche Hitze, die derzeit die Stadt beherrscht, macht das Angehen dieser Dinge nciht gerade einfacher. Zur Zeit haben wir so Temperaturen um die 29/30°C, d.h. man ist eigentlich die ganze Zeit klitschnass - entweder weil man gerade duschen war oder weil man schon wieder schwitzt :)

In diesem Sinne sende ich euch ein bisschen Wärme ins kalte Deutschland.
Macht's gut y VIVA LA VIDA !!
eure schon wieder schwitzende Merle